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Informationen zur Visabeantragung, Einreise nach Deutschland und Quarantänebestimmungen

17.09.2020 - Artikel

Hier finden Sie Informationen zur Visabeantragung und Neuvisierung.

1. Visumbearbeitung

Visa können derzeit in der Botschaft Tirana nur in den nachstehend genannten Ausnahmefällen erteilt werden:

  • Familiennachzug
  • Gesundheitspersonal, Gesundheitsforscher und Altenpflegepersonal
  • Fachkräfte und hoch qualifizierte Arbeitnehmer aus den folgenden Antragskategorien:
  • Fachkräfte mit einem konkreten Arbeitsplatzangebot nach §§ 18a, 18b AufenthG, das durch die Erklärung zum Beschäftigungsverhältnis nachgewiesen wird. Darunter fallen nur Hochqualifizierte, Blaue Karte Bewerber und Personen mit einem in Deutschland anerkannten Berufsabschluss oder Hochschulabschluss
  • Wissenschaftler/Forscher (§18d AufenthG)

Voraussetzung  für die Einreise als Fachkraft oder hoch qualifizierter Arbeitnehmer ist jeweils Nachweis der Präsenzpflicht in Deutschland durch

  • Arbeitsvertrag

und

  • Glaubhaftmachung, dass Beschäftigung aus wirtschaftlicher Sicht notwendig ist und Arbeit nicht zeitlich verschoben oder aus dem Ausland verrichtet werden kann (aktuelle Bescheinigung des Arbeitgebers)

Entsprechende Belege sind auch bei der Reise mitzuführen und bei der Grenzkontrolle vorzulegen.

  • Studierende, deren Studium nicht vollständig vom Ausland durchgeführt werden kann. Unter diese Ausnahme fallen alle, die einen Zulassungsbescheid haben (auch wenn ein Sprachkurs oder ein Praktikum vorgeschaltet ist). Nicht aber Studienbewerber und Personenn, die z.B. zum Sprachkurs einreisen und sich später nach einem Studium umsehen wollen (isolierter Sprachkurs); Unterlagen sind auch bei Grenzkontrolle vorzulegen
  • Auszubildende, die eine qualifizierte Ausbildung absolvieren. Es muss sich damit um eine Ausbildung in einem staatlich anerkannten oder vergleichbar geregelten Beruf handeln, für den eine Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren festgelegt ist (auch ein ausbildungsvorbereitender Sprachkurs ist möglich). Voraussetzung ist die Vorlage einer Bestätigung des Ausbildungsträgers, dass die Anwesenheit (Präsenz und nicht nur online)  trotz der derzeit coronabedingten Situation erforderlich ist.
  • Teilnehmer von Qualifizierungsmaßnahmen mit dem Ziel der Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen Berufsausbildung. Auch hier bedarf es der Vorlage einer Bestätigung des Bildungsträgers, dass die Anwesenheit (Präsenz und nicht nur online) trotz der derzeitigen coronabedingten Situation erforderlich ist.
  • Selbständige nach § 21 AufenthG
  • Schulbesuch

Albanische Staatsangehörige können in diesen Ausnahmefällen wieder visumfrei nach Deutschland einreisen

  • Vorübergehende Besuchsreisen in folgenden Fällen:
  • Besuchsreisen von albanischen Familienangehörigen der sog. “Kernfamilie„ (d.h. Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, minderjährige Kinder und Eltern minderjähriger Kinder) von Deutschen, EU-Bürgern, Staatsangehörigen Islands, Liechtensteins, Norwegens, der Schweiz oder des Vereinigten Königreichs (auch mit Wohnsitz im Ausland) oder von Drittstaatsangehörigen mit bestehendem Aufenthaltsrecht in Deutschland. Die Einreise kann alleine oder gemeinsam erfolgen. Bei Drittstaatsangehörigen mit bestehendem Aufenthaltsrecht in Deutschland ist zusätzlich Voraussetzung, dass diese ihren dauerhaften Aufenthalt in Deutschland haben.
  • Besuchsreisen von Verwandten 1. und 2. Grades, die nicht zur „Kernfamilie“ gehören (d.h. volljährige Kinder, Eltern volljähriger Kinder, Geschwister und Großeltern) von Deutschen, EU-Bürgern, Staatsangehörigen Islands, Liechtensteins, Norwegens, der Schweiz oder des Vereinigten Königreichs oder von Drittstaatsangehörigen mit bestehendem Aufenthaltsrecht in Deutschland nur aus zwingenden familiären Gründen (Geburten, Hochzeiten, Todesfälle/Beerdigungen oder andere besondere Ausnahmefälle, in denen ein zwingender familiärer Grund vorliegt)
  • Besuchsreisen des drittstaatsangehörigen Partners zu seinem nicht verheirateten/nicht verpartnerten Partner in Deutschland. Der einladende Partner muss Deutscher, sonstiger EU-Staatsangehöriger, Staatsangehöriger Islands, Liechtensteins, Norwegens, der Schweiz oder des Vereinigten Königreichs oder Drittstaatsangehöriger mit langfristigem Aufenthaltsrecht in Deutschland sein.
    • a) Voraussetzung ist, dass die Beziehung/Partnerschaft langfristig, d.h. auf Dauer angelegt ist und beide Partner sich zuvor mindestens ein Mal persönlich in Deutschland getroffen haben oder bis vor kurzem einen gemeinsamen Wohnsitz im Ausland hatten.
    • b) Zum Nachweis sind geeignete Unterlagen mitzuführen: Schriftliche Einladung der in Deutschland wohnhaften Person (nebst Kopie der Ausweispapiere), eine Erklärung beider Partner zur Beziehung (für Besuch) sowie Nachweise über vorherige persönliche Treffen (insbesondere anhand von Passstempeln bzw. Reiseunterlagen/Flugtickets oder Nachweise über einen gemeinsamen Wohnsitz im Ausland (beispielsweise Meldebescheinigungen)). Ergänzend ist eine Dokumentation durch Fotos, Soziale Medien, Brief- oder E-Mailkorrespondenz möglich.
  • gemeinsame Besuchsreisen unverheirateter Paare aus dem Ausland bei zwingenden Gründen (z.B. Hochzeit, Krankheit oder Beisetzung naher Angehöriger). Einer der Partner muss Deutscher, sonstiger EU-Staatsangehöriger oder Staatsangehöriger Islands, Liechtensteins, Norwegens, der Schweiz oder des Vereinigten Königreichs sein.
    • a) Voraussetzung ist, dass die Beziehung/Partnerschaft langfristig, d.h. auf Dauer angelegt ist und ein gemeinsamer Wohnsitz im Ausland besteht.
    • b) Zum Nachweis sind geeignete Unterlagen mitzuführen:
      Schriftliche Darlegung des zwingenden Grundes der gemeinsamen Einreise, eine Erklärung beider Partner zur Beziehung (Zur gemeinsamen Einreise) sowie Nachweise über die bestehende Beziehung, insbesondere Nachweise über einen bestehenden gemeinsamen Wohnsitz im Ausland (beispielsweise Meldebescheinigungen); Ergänzend ist eine Dokumentation durch Fotos, Soziale Medien, Brief- oder E-Mailkorrespondenz möglich.
  • Passagiere im Transitverkehr
  • Personen, die internationalen Schutz oder Schutz aus anderen humanitären Gründen benötigen, inklusive zwingender medizinischer Gründe
  • Geschäftsreisende, die hinreichend glaubhaft machen, dass die Einreise auch unter Berücksichtigung der Pandemiesituation unbedingt erforderlich ist. Zur Glaubhaftmachung ist eine eigenhändig unterzeichnete Erklärung zur unbedingten Erforderlichkeit einer kurzfristigen Geschäftsreise durch den Geschäftspartner oder Arbeitgeber in Deutschland erforderlich. Eine Erklärung durch einen Geschäftspartner oder Arbeitgeber des Entsendestaates (Drittstaat) ist allein nicht ausreichend.
  • Geschäftsreisende für den Besuch von Messen, dafür sind folgende Dokumente erforderlich: Bei Messeausstellern eine Bestätigung des Messeveranstalters über die Teilnahme; bei Messebesuchern die Eintrittskarte zur Messe sowie die Bestätigung mindestens eines Messeausstellers über eine Terminvereinbarung für einen Geschäftstermin vor Ort auf der Messe.
  • Selbständige, die für kurzfristige Aufenthalte nach Deutschland einreisen bei Vorlage von Dokumenten zur Glaubhaftmachung der Plausibilität der Reise ggü. der Bundespolizei

2. Vereinfachte Neuerteilung von Visa

I. Nationale Visa (für langfristige Aufenthalte; D-Visum)

Die bestehenden Einreisebeschränkungen und lokale Ausgangsbeschränkungen können unter Umständen dazu führen, dass eine Nutzung des von der Botschaft Tirana bereits vor Inkrafttreten der Einreisebeschränkungen am 17. März 2020 ausgestellten nationalen Visums im Rahmen der Gültigkeitsdauer nicht möglich war.

Da eine Einreise jetzt für einige Visakategorien wieder möglich ist, kann daher auf Antrag in einem vereinfachten Verfahren ein neues nationales Visum erteilt werden. Voraussetzung ist, dass sich nur das Reisedatum, nicht aber der Aufenthaltszweck oder -ort geändert haben.

Dies gilt nicht für Visa, die zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nach § 26 Abs. 2 BeschV oder zur Arbeitsplatzsuche ausgestellt wurden. Die Einreise für diesen Personenkreis ist bis auf Weiteres nicht möglich.

Der formlose Antrag auf vereinfachte Neuerteilung muss bis zum 31.12.2020 einschließlich bei der Botschaft Tirana gestellt werden. Dafür kann das Kontaktformular oder die Emailadresse: visa@tira.diplo.de genutzt werden. Ggf. sind aktuelle Unterlagen nachzureichen, die belegen, dass die Voraussetzungen, die zur ursprünglichen Visumerteilung geführt haben, auch weiterhin vorliegen. Eine erneute persönliche Vorsprache bzw. Terminbuchung ist dafür grundsätzlich nicht nötig.

II. Schengen-Visa (für kurzfristige Aufenthalte bis 90 Tage; C-Visum)

Eine vereinfachte Neuerteilung für Schengen-Visa (Aufenthalte von bis zu 90 Tagen innerhalb von 180 Tagen) ist derzeit nicht möglich.

3. Einreisebeschränkungen

Für Deutschland gelten Reisebeschränkungen bei der Einreise aus vielen Staaten. Diese werden vom BMI erlassen. Bitte informieren Sie sich vor Ihrer Reise auch beim BMI, welche Regelungen für das Land, aus dem Sie nach Deutschland einreisen, im Einzelnen gelten.

Grundsätzlich ist eine Einreise möglich aus:

  • EU-Mitgliedstaaten
  • Schengen-assoziierten Staaten: Island, Norwegen, der Schweiz und Liechtenstein
  • dem Vereinigten Königreich
  • Weiteren Staaten, aus denen aufgrund der epidemiologischen Lagebewertung durch die EU Einreise ermöglicht wird (Positivliste)

Eine Einreise aus anderen Staaten ist nur in Ausnahmefällen möglich. Voraussetzung ist, dass eine zwingende Notwendigkeit gegeben ist.

4. Quarantänevorschriften und Covid-19-Tests

In Deutschland werden Quarantänevorschriften durch die einzelnen Bundesländer erlassen. Nach Abstimmung der Länder und der Bundesregierung hat das BMI eine Musterverordnung erstellt, deren Regelung die Bundesländer im Wesentlichen übernommen haben.

Bei Einreise nach Deutschland mit Voraufenthalt in einem Risikogebiet innerhalb der letzten 14 Tage

  • müssen Sie sich nach der Einreise in Deutschland unmittelbar an ihren Zielort begeben,
  • sich bei einem hierfür ermächtigten Arzt oder Labor testen lassen (Weitere Informationen zu den Pflichttests so finden Sie hier.)
  • sich am Zielort häuslich absondern bis ein negatives Testergebnis vorliegt (Einzelheiten hierzu unter: Ausnahme: negatives Testergebnis nachweisbar) und das negative Testergebnis den zuständigen Behörden, i.d.R. Gesundheitsamt, auf Anforderung nachweisen und
  • sich per E-Mail oder Telefon bei der für Sie zuständigen Behörde, i.d.R. Gesundheitsamt am Wohnort/Unterkunft melden.

Auf der Webseite des Bundesgesundheitsministeriums finden Sie auch Informationen zum Beschluss über neue Regelungen ab Oktober 2020.

 

Ausnahme: Durchreise (Transit)

Die Pflicht zur häuslichen Absonderung besteht nicht bei Transitaufenthalten. Sie sind in diesem Falle allerdings verpflichtet, Deutschland unmittelbar zu verlassen.

Ausnahme: negatives Testergebnis nachweisbar

Wenn Sie nachweisen können, sich nicht mit Covid-19 infiziert zu haben, ist in den meisten Bundesländern keine Quarantäne erforderlich. In bestimmten Bundesländern ist dafür jedoch eine Wiederholungstestung nach einigen Tagen notwendig.

Der Nachweis muss durch ein ärztliches Zeugnis erbracht werden. Der molekularbiologische Test auf Vorliegen einer Infektion darf höchstens 48 Stunden vor Einreise erfolgt sein. Der Test muss in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem Staat mit vergleichbarem Qualitätsstandard vorgenommen worden sein. In Albanien gibt es nach Kenntnis der Botschaft private Labore, die freiwillige Covid-19-Tests durchführen, eine Liste finden Sie auf der Seite des albanischen Gesundheitsministeriums: https://new.shendetesia.gov.al/mbi-njohjen-e-strukturave-jopublike-per-kryerjen-e-testit-rt-pcr/. Inwieweit diese Ergebnisse in Deutschland anerkannt werden, erfragen Sie bitte bei Ihrem zuständigen Gesundheitsamt.

Alternativ kann der Test nach Einreise

  • am Ort des Grenzübertritts oder
  • am Ort der Unterbringung erfolgen.

Der Test ist für Reisende aus Risikogebieten innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise kostenlos und kann zum Beispiel an Flughäfen erfolgen. Für Reisende aus Nicht-Risikogebieten soll der Test noch bis 14. September kostenlos sein. Das Testergebnis muss - unabhängig davon, ob die Testung vor oder nach Einreise erfolgte - für mindestens 14 Tage nach Einreise aufbewahrt und dem Gesundheitsamt auf Verlangen vorgelegt werden.


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